Schnee von gestern – die Folgen des Klimawandels

Von Anna Wolf, 10 c

 

Das erste, was vielen in Bezug auf den Klimawandel in den Sinn kommt, ist der Eisbär und sein gefährdeter Lebensraum. Sein Aussterben wird von Umweltschützern oft aufgegriffen um in Werbeaktionen die Aufmerksamkeit der Bürger auf den Klimawandel zu lenken. Doch was ist dran an der Geschichte?

Dass die Pole schmelzen ist Fakt. So brechen immer wieder große Eisberge oder Eisschelfe ab. Dies wird sich verstärken. Im Frühjahr 2002 brach beispielsweise das 3 250 km² große Larsen-B-Eisschelf in der Antarktis, nachdem es mehr als 10 000 Jahre stabil geblieben war. Der rapide Temperaturanstieg in der Arktis und Antarktis liegt weniger an der halbjährigen Sonneneinstrahlung, denn Eis reflektiert das Licht in hohem Maße und nimmt dabei kaum Energie auf. Dass die Pole immer schneller schmelzen, liegt an der Erwärmung des Meereswassers, welches die Strahlung in größerem Maße absorbiert. Dadurch kommt es global gesehen zu einer um ein Vielfaches größeren Erwärmung an den Polen als am Äquator.

Da das Weltklima mitunter darauf basiert, dass Wärmeenergie vom Äquator zu den Polen transportiert wird, kann die Temperaturänderung auch zu Schwankungen bei den Meeresströmungen führen.

Der für uns Europäer wichtigste Strom ist der Golfstrom. Denn dieser bringt warmes Wasser nach Europa, wo es für ein gemäßigtes Klima sorgt. So hat Berlin beispielsweise eine jährliche Durchschnittstemperatur von 8,9°C während in Calgary (Kanada) auf dem gleichen Breitengrad eine durchschnittliche Temperatur von nur 3,5°C herrscht. Der Golfstrom transportiert 1,5 mal 108 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, das ist hundertmal mehr Wasser, als durch alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer gelangt. Die warmen Strömungen sind nahe der Wasseroberfläche, so auch der Teil des Golfstroms, der quer über den Atlantik nach Europa führt. Da vor den Küsten Europas viel Wasser verdunstet, hat es, je weiter es nach Norden gelangt, einen immer höheren Salzgehalt. Wegen der dadurch steigenden Dichte und dem Temperaturabfall in den polaren Gewässern, sinkt der Strom in die Tiefe und kehrt schließlich als kalte Tiefenströmung in Äquatornähe zurück.

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