Evangelisches Domgymnasium erhält den Titel "Faire Schule"
Es war ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Auf dem Fest zu seinem 10-jährigen Bestehen erhielt das Domgymnasium die Auszeichnung als "Faire Schule". Es ist damit die zweite Schule in Brandenburg, die diesen Titel führen darf. In ihrer Laudatio hob Frau Julia Wasmuth, Eine Welt-Promotorin vom Schulentwicklungsprogramm "Faire Schule", das jahrelange Engagement des Domgymnasiums in den Bereichen demokratische Schulkultur, Umwelt und Klimaschutz und Globales Lernen hervor.

Diese Ziele sind im Leitbild der Schule fest verankert und werden Woche um Woche praktiziert. Beispielhaft seien genannt: zu 1) die Institutionen des wöchentlichen Klassenrats und der regelmäßigen Schülersprechtage, die Initiativen im Bereich inklusiver Schulkultur. Dazu zählt die Kooperation mit einer diakonischen Einrichtung bei der Essensversorgung, das diakonische Praktikum in der 10. Klasse, der barrierefreier Ausbau der Schule und die Aufnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Faires Handeln zwischen Schülern und zwischen Lehrern und Schülern gehört auch dazu. Und so wurde erstmals der Titel "Fairer Lehrer" übergeben, für die eigens eine Wahl in den Jahrgängen 8 bis 12 veranstaltet wurde. Herr Stumpenhusen konnte die meisten Stimmen auf sich vereinigen. Platz zwei und drei belegten Frau Grünberg und Herr Klatte.

Zu 2) gehört das jährlich stattfindende Projekt „Ökologischer Fußabdruck“ in der Jahrgangsstufe 8. Ariane Schäfer hat den Festbesuchern einige Projekt-Ergebnisse vorgestellt. Die Schüler haben sich mit den Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf das Ökosystem auseinandergesetzt. Sie entwickelten in dem Zusammenhang das Upcycling von leeren Shampooflaschen zu lustigen Stiftbehältern, sie untersuchten die Folgen des Klimawandels am Beispiel des Lebensraumes der Eisbären. Frau Wasmuth nannte in ihrer Rede außerdem die vielfältigen Maßnahmen zur ökologisch reflektierten Gestaltung des Schulgeländes mit dem Kräutergarten, Weinberg und der Bewahrung und Entwicklung der Biodiversität als maßgeblicher Handlungsaspekt. Zu Punkt 3 gehören: die Übernahme von Schülerpatenschaften mit Schülern in Burkina Faso, die Förderung eines Schulprojekts in der Demokratischen Republik Kongo, die Pflege einer Partnerschaft mit einer Schule in Shanghai, das vielfältige Engagement in der Flüchtlingsarbeit mit interkulturellen Kochevents, einem Sportfest und der konkreten Arbeit in der Förderung und Integration von Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien in fünf Klassen des Domgymnasiums.

Ein Jahr hat der Prozess unter der Leitung einer schulinternen Faire-Schule-AG, die ihrerseits von den Promotorinnen Julia Wasmuth und Heidrun Förster begleitet und unterstützt wurde, gedauert. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Kirchlichen Promotorenprogramms für Brandenburg – ein Projekt des Kirchlichen Entwicklungsdienstes mit finanzieller Unterstützung des BMZ/Engagement Global gGmbH. Die Auszeichnung erhält eine Schule übrigens lediglich für zwei Jahre. 2018 muss sich das Domgymnasium erneut auf den Weg machen, um sich als "Faire Schule" zu beweisen.