Unser Schüleraustausch nach China: eine Reise in die Fremde zu Freunden
Eine Woche vor Beginn der Herbstferien 2017 machten sich 18 Schüler unter der Begleitung von Frau Teubner und Herrn Dr. Overbeck auf den Weg nach China. Es wurde eine spannende Reise in die Ferne zu unserer Partnerschule "Zhongguang High School" in Shanghai, die das Eintauchen in die fernöstliche Kultur und von Anfang an keinen Moment der Langeweile erlaubte. Johanna Dommnich aus der 9c hat die Reise nach China mitgemacht und einen ausführlichen Bericht verfasst.

Schon die Anreise zum Flughafen am 13.10,2017 bescherte uns einige Aufregung, da wir wegen eines Notarzteinsatzes in Wannsee umsteigen mussten. Anschließend nahmen wir den Bus weiter Richtung Tegel. Es war wie verhext, denn plötzlich hatte auch noch der Bus eine Panne. Schließlich kamen wir doch noch rechtzeitig am Flughafen an und schafften unseren Flug nach München mit der Lufthansa. Der zehneinhalbstündige Flug nach Peking war sehr anstrengend, doch dank der heutigen Technik konnten wir Filme schauen und Spiele spielen. Wir landeten müde, aber dennoch sehr gespannt um 10 Uhr Ortszeit in Peking, wo Mrs. Gu schon auf uns wartete. Sie ist die für den Austausch verantwortliche Lehrerin an unserer Partnerschule. Ein Stein fiel uns vom Herzen, als uns Mimi vorgestellt wurde. Mimi war unsere Reiseführerin in Peking. Sie sprach super Deutsch, Chinesisch und natürlich auch Englisch. Sie erklärte uns sehr viel und konnte auch alles übersetzen. Im Anschluss fuhren wir zusammen ins Hotel und bezogen unsere Zimmer. Ohne unsere Eltern in ein fernes Land zu reisen und dann auch noch mit seiner Freundin im Hotel zu wohnen, das war doch für viele eine ganz neue und tolle Erfahrung. Unsere erste Mahlzeit nahmen wir in einem kleinen Restaurant ein. Es war die typisch chinesische Küche und ein kleiner Kulturschock für jeden von uns. Das chinesische Mahl traf bei uns auf sehr unterschiedliche Resonanz. Nach dem Essen gingen  wir in den Lotuspark, der ganz in der Nähe des Hotels war. Der Park war um einen See gebaut, riesengroß und wunderschön. Nach unserem Spaziergang aßen wir im Hotel zu Abend, wo wir merkten, dass das chinesische Essen wirklich ganz anders als unser deutsches war. Am Ende dieses Tages waren alle geschafft von der langen Anfahrt und glücklich, in unseren Betten zu liegen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns auf in die Verbotene Stadt. Mit Mimi an unserer Seite war das alles kein Problem und wirklich interessant. Früher wohnten dort die chinesischen Kaiser mit ihren Familien, Beamten und Bediensteten und sie war nur für sie zugänglich. Daher auch der Name. Heutzutage kann sie jeder besichtigen und bestaunen, wie wir es auch taten. Später waren wir in einem kleinen chinesischen Garten mit vielen schönen Pavillons. Mit dem Bus fuhren wir zu einem Restaurant, wo wir köstlich aßen und am Ende des Essens das erste Mal auf die chinesischen Toiletten trafen, die doch ganz anders sind, als unsere europäischen. Gegen 14 Uhr fuhren wir mit einem Boot, auf dem wir die einzigen Deutschen waren, zum Sommerpalast. Viele Chinesen wollten mit uns Selfies machen, einige fragten ganz freundlich und freuten sich dann riesig. Auch das war eine ganz neue Erfahrung für uns. Wir genossen die Natur und die Aussicht. Im Sommerpalast angekommen, gab uns Mimi eine kleine Einführung in die chinesische Geschichte und zeigte uns den Palast und den dazugehörigen Garten. Den Abschluss des Tages krönte das Abendessen, welches uns allen sehr gut schmeckte. Der dritte und wohl anstrengendste, aber für mich auch schönste Tag in Peking, war verbunden mit dem Besuch der chinesischen Mauer. Selten haben wir etwas so Überragendes und ein Bauwerk von solch einer Größe gesehen. Wir alle waren fasziniert von diesem Highlight, welches man sonst nur aus dem Fernsehen oder von Bildern kennt. Wir liefen etwas umher, was fast unmöglich erschien, da viel zu viele
Menschen dort waren. Zurück in Peking, machten wir eine Rikschatour durch einen sogenannten Hutong, ein Altstadtviertel der Hauptstadt. Im Großen und Ganzen war das für uns alle eine ziemlich lustige Angelegenheit, bei der wir viele Eindrücke von dem Alltag in Alt-Peking erhielten. Im Anschluss waren wir zusammen auf einem Markt, besser gesagt in einer Einkaufsstraße. Dort kauften viele von uns etwas zu knabbern. Eine typische chinesische Leckerei sind - wie wir sie nannten - „Pommes am Stiel", die uns sehr gut schmeckten.

Am vierten Tag unserer Reise ging es schon früh morgens mit dem Bus zum Bahnhof, der größer war als mancher deutsche Flughafen. Von dort aus fuhren wir mit dem Schnellzug in 5 Stunden nach Shanghai. Die Zeit verging sehr schnell, da man anders als im Flugzeug, all die Landschaft, die wir durchquerten, bestaunen konnten. In Shanghai angekommen, wurden wir von zwei Lehrerinnen empfangen, die mit uns zur chinesischen Partnerschule fuhren. Wir gingen im Bus noch einmal leichte chinesische Redewendungen durch, um unsere Gasteltern und Schüler nett begrüßen zu können. Alle waren total aufgeregt. An der Schule angekommen, empfing uns eine große Leuchttafel mit netten Willkommensgrüßen - auf Deutsch!. Alle Schülerinnen und zwei chinesische Schüler warteten auf uns. Einzeln wurden wir aufgerufen und total herzlich umarmt. Zusammen mit den Familien fuhren wir nun zu ihnen nach Hause und ich glaube, dass ich noch nie in meinem Leben aufgeregter war, als dort hinten bei meinen Gasteltern im Auto. Nun kann ich nur noch aus meiner Erfahrung sprechen, wie es in meiner Familie war und wie ich aufgenommen wurde. Ich kann ausschließlich Positives über meinen Aufenthalt in der Gastfamilie berichten. Auch die anderen Schülerinnen und Schüler erzählten, dass sie herzlich aufgenommen wurden. Wir alle haben selten so ein gastfreundliches Volk wie die Chinesen erlebt. Ich denke, dass die neun Tage in Shanghai etwas ganz Besonders für jeden von uns waren. Wir haben alle so viele tolle neue Menschen kennengelernt, sowohl Chinesen als auch Deutsche. Die Harmonie zwischen den Schülern beider Länder hat mich sehr fasziniert. Wir freundeten uns an und zeigten einander, dass man auch, ohne dieselbe Muttersprache zu sprechen, miteinander kommunizieren und dabei viel Spaß haben kann.

Entdeckungsreise durch die Megastadt Shanghai

In Shanghai erlebten wir viele tolle Sachen. Wir haben unter anderem in die chinesische Kultur hineingeschnuppert und typische chinesische Kleider angezogen. In einem gemeinsamen Projekt mit den chinesischen Schülerinnen und Schüler redeten wir über die Geschichte dieser Gewänder und deren Herstellung. Anschließend haben wir sogar in den Kleidern chinesische Tänze geübt.
An einem anderen Tag besuchten wir die beeindruckende Innenstadt von Shanghai. Wir stiegen auf einen der vielen Wolkenkratzer und besuchten ein Museum der Geschichte Chinas. Wir besuchten viele Gärten, wobei uns die chinesischen Pflanzen und Blumen sehr gut gefielen. Dennoch waren wir jedes Mal aufs Neue von der Architektur in der Altstadt begeistert. Vor allem die vielen Steinformationen und
Pavillons gefielen uns. Am coolsten war für viele von uns jedoch die nächtliche Bootstour auf dem Huangpo durch Shanghai. In der Dunkelheit sahen die hohen und beleuchteten Gebäude einfach wunderschön aus.
In der Partnerschule nahmen wir an einem Tag am Morgensport teil, den die chinesischen chülerinnen und Schüler jeden Tag machen müssen. Danach ging es mit dem jährlichen Sportfest weiter, bei dem wir gegen die Chinesen sogar einen Staffellauf gewinnen konnten. Das Familienwochenende, unser Tai-Chi Kurs, die Kalligraphie-Stunde, unsere Porzellangestaltung oder auch jedes Mal die exklusiven chinesischen Gerichte, alles war jeden Tag aufs Neue spannend. Auch meinen Geburtstag haben wir ausgiebig gefeiert, sowohl in unsere Gruppe mit Liedern, Kuchen und Luftballons, als auch in meiner Gastfamilie, die mich mit Geschenken überhäuft hat, was ich niemals erwartet hätte.
Unser Abschiedsfest am letzten Abend war der krönende Abschluss. Die ganz Zeit hatten wir zwischendurch dafür geübt. Vor allen Gastschülern und ihren Eltern sangen wir Lieder und tanzten am Ende zusammen die Annemarie-Polka. Das ist schon fast Tradition.
Als es nun soweit war und wir alle aufbrechen mussten, schossen wir noch ein letztes Foto zusammen vor der Schule. Wir bedankten uns auch ein letztes Mal für die unaufhörliche, gigantische, unbeschreibliche Gastfreundlichkeit. Wir waren alle dankbar dafür, dass wir so gut aufgenommen wurden und für die wunderschöne Zeit. Über unzählige Gesichter flossen Tränen, denn der Abschied stand an.
Sogar die Eltern der Schüler weinten. Für uns alle war das die höchste Form der Freundschaft und der Zusammengehörigkeit zweier Kulturen. Wir haben ein Seil gespannt, eine Brücke gebaut, zwischen zwei so unterschiedlichen Ländern, wie sie verschiedener gar nicht sein können. Wir haben uns alle wohlgefühlt, mit den Gastschülern sowie in ihren Familien.
Wir alle haben viel dazugelernt über die andere Kultur, die Regeln, die Menschen dort. Aber ein paar von uns haben auch schätzen gelernt, in was für einem tollen Land wir leben. Auch wenn es dort sehr schön war, bin ich froh wieder zu Hause bei meinen Eltern zu sein und mein deutsches Essen auf dem Teller zu haben.
Die Zeit in China hat mich viel zum Nachdenken angeregt, sowohl über die Kulturen, die Denkweise anderer Menschen in anderen Ländern, und mit wieviel Respekt sie miteinander umgehen. Aber auch über mich, über meine Eltern, wie viele Dinge zwischen allen Menschen, egal in welchem Land sie leben, dann doch gleich sind.
Die Reise hat uns alle einen Schritt voran gebracht in unserem Verständnis gegenüber anderen Menschen, Kulturen. Die geschlossenen Freundschaften werden sicherlich lange erhalten bleiben. Wir freuen uns schon sehr auf den Sommer 2018, wenn wir uns alle bei uns in Brandenburg wiedersehen.
Johanna Dommnich, 9c