Naturschutz im Praxistest: Domgymnasiasten pflanzen Lungen-Enzian
Am 21. und 28.11.2017 verlagerten die Siebtklässler im Rahmen des Offenen fächerübergreifenden Unterrichts das Klassenzimmer in die Natur: Unter der Anleitung des wissenschaftlichen Mitarbeiters des Botanischen Gartens Potsdam, Herrn Dr. Lauterbach, pflanzten sie insgesamt über 200 Setzlinge des vom Aussterben bedrohten Lungen-Enzians (Gentiana pneumonanthe). Trotz des nass-kalten Wetters gerieten die SchülerInnen dabei teilweise ganz schön ins Schwitzen, denn beim Pflanzen gab es einiges zu tun.

Zunächst musste die dafür vorgesehene Wiese des Domstifts bei Saaringen sorgsam geharkt werden. Im Anschluss wurden die Pflanzen einzeln in einem genau vorgegebenen Abstand eingepflanzt. Zu beachten galt es jedoch, das Pflanzloch in der richtigen Tiefe zu graben und den Wurzelballen der Setzlinge gut anzudrücken, damit die Pflanzen auch anwachsen. Abschließend wurde der genaue Standort der Pflanzreihen mithilfe einer Karte und eines GPS-Gerätes dokumentiert. Im kommenden Sommer können die SchülerInnen mit den Wissenschaftlern des Botanischen Gartens dann die wunderschöne violette Blüte des Lungen-Enzians bestaunen und erforschen, wie viele der angesiedelten Pflanzen sich am Standort etablieren konnten.

Die Exkursion der Domgymnasiasten fand im Rahmen des Naturschutzprojektes "zum Schutz und der Wiederansiedlung des Lungen-Enzians" statt, ein Projekt des Botanischen Gartens Potsdam und der Vattenfall-Umweltstiftung. In einem wissenschaftlichen Vortrag wurden die SchülerInnen vor der Exkursion durch Herrn Dr. Lauterbach über wissenschaftliche Methoden des Naturschutzes und die Bedeutung des Lungen-Enzians aufgeklärt. Die Pflanze war früher im Gebiet um Brandenburg an der Havel weit verbreitet. Durch die Trockenlegung seines natürlichen Lebensraums und die Intensivierung der Landwirtschaft ist der Lungen-Enzian heute jedoch vom Aussterben bedroht. Der Lungen-Enzian-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart, dessen Raupen nur die Blüten des Lungen-Enzians fressen, ist durch den Rückgang der Pflanzenart im Land Brandenburg bereits vor Jahrzehnten ausgestorben.

Zur Nachbereitung der Exkursion arbeiten die SchülerInnen nun an einem Forschertagebuch. Darin dokumentieren sie Informationen zur Bedeutung und zu Schutzmaßnahmen des Lungenenzians sowie ihre Erlebnisse bei der Wiederansiedlung der Pflanze mithilfe von Texten, Fotos und Zeichnungen. Am Tag der offenen Tür können die Forschertagebücher der SchülerInnen bestaunt werden.

Download LinkZum Weiterlesen: Artikel MAZ vom 29.11.2017