Besuch aus Saratov
Im Februar hat es endlich wieder geklappt: Eine Gruppe unserer russischen Partnerschule in Saratov ist zu einem Gegenbesuch nach Brandenburg gekommen. Vom 11.2. bis zum 18.2.2018 ging es gemeinsam auf Entdeckungstour.

Die lang ersehnten Besucher reisten am Sonntagabend mit dem Flieger und dann weiter mit dem Zug an. Das war schon mal aufregend, denn wir waren alle ziemlich nervös, ob auch alles gut gehen würde. Doch alles klappte und wir verbrachten den ersten Abend mit unseren Gastgeschwistern, auch wenn sie nach der langen Reise sehr müde waren.

Am Montag hieß es dann: früh aufstehen! Denn wir wollten ja alle pünktlich zur Andacht in der Petrikapelle sein, bei der Herr Overbeck unsere Besucher vorstellte. Danach gingen wir gemeinsam zum Sonnensegel in die Druckerei, wo wir ein Gedicht und unsere Namen druckten. Aber vor allem interessant war auch die Arbeit, an der der Druckermeister arbeitete: ein Holzabdruck von Marx, was bei uns zu vielen Gesprächen führte (nach ihm ist die Nachbarstadt Saratovs benannt, weshalb alle bestens über ihn Bescheid wussten). Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Schule hatten wir etwas Freizeit, ehe wir eine Hörprobe beim Schulorchester mit der Musik aus der "Leningrader Sinfonie" von Schostakowitsch genießen durften. Danach gingen wir alle noch gemeinsam ins Café Contact, wo wir gemeinsam Spiele, Billard, Tischkicker…spielten. Den Abend verbrachten wir in den Familien.

Der nächste Morgen begann offiziell erst um 9:30 Uhr mit der Projektarbeit, doch da die 12er nicht zu viel Unterricht verpassen durften, schleppte ich meinen Gastbruder (der sich natürlich riesig darüber freute)  früh zur ersten Stunde mit zum Chemieunterricht..
Der Nachmittag wurde wieder munter, denn wir gingen alle gemeinsam zum Bowling, was wirklich Spaß machte!

Am Mittwoch arbeiteten wir vormittags wieder an den Projektarbeiten und nachmittags war ein ziemlich gutes Programm im Slawendorf. Der Mann, der uns das Dorf zuerst ein wenig zeigte, hatte altertümliche Sachen an und wir bildeten Gruppen, die in Disziplinen wie Bogenschießen gegeneinander antraten. Im Anschluss machten wir noch ein Lagerfeuer und grillten Würstchen.

Donnerstags fuhren wir dann mit dem Zug nach Potsdam. Bei der Führung durch Schloss Sanssouci wurden wir deutschen Schüler mal ein bisschen getestet, denn sie war auf Russisch ;) Im Anschluss bekamen wir noch eine Führung (diesmal wieder auf Deutsch) durch die Räumlichkeiten der MAZ, wobei wir ehrlich Mühe hatten, die Erklärungen für unsere russischen Freunde zu übersetzen.

Mit 90 Minuten 12er Bio LK begann der nächste Morgen wieder recht früh. Mittags bekamen wir die Orgel im Dom mal von innen gezeigt, was wirklich auch für uns deutsche Schüler eine coole Erfahrung war. Nach einer eindrucksvollen Führung durch die Euthanesie Gedenkstätte Brandenburgs trafen wir uns alle in der Schulcafeteria zum bunten Abschlussabend. Jeder hatte etwas zum Essen mitgebracht und der Abend verlief munter mit witzigen Gruppenspielen.

Am Samstag, dem letzten gemeinsamen Tag, hatten wir Zeit für Aktionen in der Familie. Ich fuhr mit meinem Gastbruder und meinen Brüdern nach Berlin (wenn man schon mal in Deutschland ist, will man ja wohl die Hauptstadt mal gesehen haben!), wo wir in mehr Souvenirshops waren, als ich in meinem gesamten bisherigen Leben..

Der Abschied am Sonntag fiel uns allen schwer, zumal ein Wiedersehen für uns 12er wohl in weiter Ferne liegt. Die 11er werden im Sommer nach Saratov fahren – mal sehen, was sie so berichten werden!

Insgesamt war der Austausch wirklich toll. Wir haben viel über die Kultur in Russland gelernt, Freundschaften geknüpft, Fernweh bekommen, Erfahrungen gesammelt... Ich bin wirklich froh, teilgenommen zu haben und kann dies auch nur allen weiterempfehlen! Denn neben dem stets gut geplanten, bunten Programm, sind die Erlebnisse, die man mit einem Gastkind macht, durch nichts aufzuwiegen und eine wahre Bereicherung.

Maria Hausmann, 12. Jahrgangsstufe