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Mit Calliope in die digitale Welt
Gespannt saßen die 5B der Evangelischen Grundschule und der Informatikkurs der neunten Klasse am 4. Oktober 2018 im Physikraum des Domgymnasiums. Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg hielt eine sternförmige kleine Platine hoch. Einen Klassensatz Calliope-Einplatinencomputer hat die Bundestagsabgeordnete mitgebracht. Ihre Botschaft oder Mission, wie sie es nennt: Möglichst viele Schulen in ihrem Brandenburger Wahlkreis mit "Calliope minis" auszustatten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen schon ab der Grundschule früh verstehen, wie Computer funktionieren, wie man programmiert und so vor allem die Fähigkeit entwickeln, Probleme zu lösen. Um die rasante Entwicklung der digitalen Welt zu verdeutlichen, erzählte Anke Domscheit-Berg den anwesenden Grundschülern, dass 2/3 der Berufe, die letztere ausüben werden, noch gar nicht existierten.

Und dann ging alles ganz schnell. Die Schüler haben Calliope zusammengesetzt und die ersten Funktionen getestet, denn der kleine Computer verfügt über einige Sensoren für Licht, Bewegung und Geräusche. Mithilfe der LED-Matrix und des eingebauten Mikrofons kann man mit Calliope kommunizieren, Funktionen einstellen und erste Spiele testen. Beim Experimentieren haben die Schüler den Geräuschpegel gemessen oder "Schere, Stein, Papier" gespielt. Die LED-Matrix zeigt entsprechende Symbole an und die Schüler konnten durch Schütteln ihre Calliope-Computer gegeneinander antreten lassen.

Nach der Präsentation und den ersten Experimenten kam die parteilose Bundestagsabgeordnete und netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion mit Domgymnasiasten und Lehrer noch ins Gespräch. Über die möglichen Einsatzgebiete Calliopes wurde nachgedacht. Im Weinberg des Domgymnasiums natürlich, der schon jetzt über eine von Schülern programmierten Wetterstation verfügt. Vorstellbar ist die Messung der Bodenfeuchtigkeit, um die Weinpflanzen effektiv bewässern zu können, oder der Bau von solargetriebenen Weinbergfahrzeugen. Aufträge an den Informatikkurs zeichnen sich also schon ab. Herr Puhlmann hat das erste Projekt vorgestellt, das sein Informatikkurs zur Zeit entwickelt: den digitalen "Sprechenden Hut à la Harry Potter". Für ihn kommt die Calliope-Platine gerade richtig. Mit dem Geräusche-Sensor könnte man ihn nach vielen Teilproblemlösungswegen zum Hören und Sprechen bringen. Programmierhürden und Fehlplanungen denkerisch zu überwinden, das ist wohl genau im Sinne von Anke Domscheit-Berg.

In der Dikussion ging es auch allgemein um die Nutzung digitaler Geräte und Medien. Anke Domscheit-Berg vertrat eine sehr differenzierte Sichtweise. Die Schüler sollten die Geräte beherrschen und nicht umgekehrt. Auch bei dem Kauf und Einsatz digitaler Endgeräte in den Schulen mahnte sie zu einer klugen Planung. Die Anschaffung teurer Endgeräte einzelner großer Konzerne berge die Gefahr der Abhängigkeiten. Die Nutzung der Computer dürften zudem das Erlernen der alten analogen Kulturtechniken nicht verdrängen.

Übrigens: Calliope war in der griechischen Mythologie die Göttin der Wissenschaft. Auf dem Logo des in Berlin ansässigen Unternehmens sieht es so aus, als habe sie ein Tablet in der Hand. Die antiken Darstellungen zeigen Calliope mit einer Tontafel.